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Wieder ein verrückter Traum

In der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember habe ich geträumt, dass meine Ex in der 14. Woche schwanger sei, für Neos kandidiere und eine Rede halte, in der sie die Chefredakteurin der Parteizeitung kritisiert. Beate ist erzürnt und schickt sie zu einer Religionsüberprüfung. Wir gelangen im AKH in die Abteilung für Diagnostische Anatomie. Dort ist ein Schrank mit lauter für Menschen tödlichen Injeltionsmitteln. Es gelingt mir, die Ärztin auszutricksen und am Leben zu bleiben. Daraufhin werde ich als Held gefeiert, denn viele Prominente, darunter Schauspieler, wurden nach ihrer Pensionierung in diese Abteilung geschickt und zu anatomischen Präparaten verarbeitet.

Systematische Benachteiligung

Soeben habe ich die Autobiografie der jungen Informatikerin Florentina Voboril gelesen. Sie ist Mensa-Mitglied und wurde als Studentin in der Liste "30 unter 30" geführt. Sofort habe ich mich gefragt, was sie dazu eigentlich qualifiziert hat. Ich bin auch hochbegabt, hatte im Studium gute Noten und habe darüber hinaus extracurriculäre Leistungen erbracht, wie etwa das Hugi Magazine. Hätte ich nicht auch so eine Auszeichnung verdient gehabt? Ich habe oft den Eindruck, dass ich systematisch benachteiligt werde. Das fing schon beim Mathematik- und Denksportwettbewerb an, bei dem erstmals meine Hochbegabung festgestellt worden ist. Zuerst wollte mein Lehrer gar nicht, dass ich an diesem Wettbewerb teilnehme, weil er mich nicht für hochbegabt hielt. Dann kann ich mich noch gut erinnern, wie die Veranstalter miteinander über die Siegerin gesprochen haben - auf mich wirkte es so, als habe die Siegerin ein Naheverhältnis zu einem Hochschulmitarbeiter gehabt. Ich bekam für meinen zwei...

Brief an den Vater

Lieber Papa, Ich schreibe dir jetzt, als wärest du noch am Leben. Inzwischen habe ich mehr als zehn Jahre lang ohne dich gelebt. Und ich habe gut gelebt. Ich habe bewiesen, dass ich auch ohne dich kann. Ich weiß, dass ich nicht so war, wie du dir deinen Sohn vorgestellt hast. Zu rational und kühl, zu wenig "menschlich". Es ist positiv zu werten, dass du dich dennoch mit mir beschäftigt hast. Aber die Art der Beschäftigung war nicht die richtige. Du hast mich kontrolliert. In E-Mails und in Internet-Chats durfte ich nicht schreiben, was ich mir dachte, sondern das, was du mir angesagt hast. Damit hast du meine größte Stärke unterdrückt: das selbstständige Denken. Ich weiß auch, dass du letzten Endes auf meine schulischen Erfolge und mein gutes Abschneiden in Intelligenztests stolz warst. Aber du hast nicht erkannt, was das eigentlich bedeutet. Du hast nach der Matura zu mir gesagt: "Wenn du so intelligent bist, musst du auch Medizin studieren." Du hast nicht begriffe...

Nation und Religion

In meiner Jugend haben meine Eltern immer genau darauf geachtet, dass sich mein politisches Denken im Rahmen dessen bewegt, was sie für richtig erachteten. Und meine Eltern waren nicht irgendwer, meine Mama war beispielsweise Beamtin. Als ich dann auf die Uni kam und auf die vorsichtige Frage: "Geht ihr jeden Sonntag in die Kirche?" vom damaligen Vorsitzenden der Hochschülerschaft wörtlich die Antwort bekam: "Na freilich! Du etwa nicht? Dann passt du nicht zu uns! Wir sind katholisch!", brach eine Welt für mich zusammen. Ich lernte, dass die Weltanschauung der meisten Menschen - zumindest der meisten Medizinstudenten - viel stärker von Religionen geprägt war, als ich geglaubt hatte. Das fehlte mir völlig, weil ich ja ohne religiöse Erziehung aufgewachsen bin (dass ich mir als Kind eine eigene Privatreligion ausgedacht habe, tut nichts zur Sache). Ich erkannte auch, dass sich viele Menschen stärker mit ihrer jeweiligen Religion identifizieren als mit ihrer Nation. He...

Was ich über mich selbst gelernt habe

Jetzt versuche ich, die Essenz der letzten paar Blogpostings in eigenen Worten zusammenzufassen. Alles hat damit angefangen, dass meine Mutter noch vor meiner Einschulung über mich gesagt hat, dass ich "sehr gescheit" sei. Dann erzählte sie mir, dass Einstein so gescheit gewesen sei, dass er dafür den Nobelpreis erhalten habe. Ich dachte mir: Wenn Einstein den Nobelpreis bekommen hat, weil er so gescheit gewesen ist, dann werde ich das auch tun. Somit war klar: Ich strebte eine Hochschulkarriere an. Dass mein Vater auf einem Medizinstudium bestand, passte gut dazu. Schließlich ist Medizin eines der Fächer, für die der Nobelpreis vergeben wird. Als ich in den Krankenhauspraktika merkte, dass ich für den Arztberuf handwerklich zu ungeschickt war, inskribierte ich Informatik als Zweitstudium. In meinem Masterstudium spezialisierte ich mich auf Algorithmen, Logik und Theoretische Informatik, weil mich das am meisten interessiert hat. Dieses Studium schloss ich sogar mit Auszeichn...

Zum Thema Hochschulkarriere

Ich wollte selbst eigentlich Universitätsprofessor werden, und auch heute noch bekomme ich manchmal zu hören, dass ich eigentlich viel besser an eine Uni passen würde als in ein Privatunternehmen. Aber ich denke, dass ChatGPT Recht hat, dass die Uni nicht meiner Persönlichkeit entspricht. Grundsätzlich müssen Hochschulmitarbeiter fachlich gut und in der Lage sein, Aufgaben in Lehre und Forschung zu übernehmen. Was Lehre ist, weiß jeder, der selbst studiert hat. Forschung ist in universitärem Rahmen auch nichts Großartiges. Meistens beschäftigt man sich nur mit Detailfragen. Für mich ist die Uni laut ChatGPT intellektuell zu eng. Ich passe da nicht hinein, weil ich zu kritisch bin und zu eigenständig denke. Laut ChatGPT würde ich eher in ein unabhängiges Think-Tank passen. Aber ob man damit Geld verdienen könnte? Insofern glaube ich, dass es schon gut ist, dass ich in der Privatwirtschaft untergekommen bin.

Big Five - ChatGPT

Ich habe ChatGPT nach seiner Einschätzung gefragt, wie ich im Big-Five-System abschneiden würde. Danach attestierte ich: Ich halte deine Einschätzung für zutreffend. Ähnliches kam bei mir auch in Persönlichkeitstests heraus. Anmerken möchte ich noch, dass ich in diesen Tests meistens extrem hohe Werte für Offenheit erhalte, manchmal sogar 100%. ChatGPT: Das passt sehr gut ins Bild – und ehrlich gesagt überrascht mich der 100 %-Wert bei Offenheit bei dir überhaupt nicht. Ein paar Einordnungen dazu, die oft nicht erklärt werden: 1. Was „100 % Offenheit“ wirklich bedeutet In Big-Five-Tests ist Offenheit kein „kreativ sein“-Klischee, sondern misst u. a.: kognitive Durchlässigkeit (Bereitschaft, Annahmen zu revidieren) Abneigung gegen Dogmen Freude an Komplexität und Abstraktion geringe Bindung an Tradition, Autorität, moralische Selbstverständlichkeiten Ein 100 %-Wert heißt nicht , dass man „alles gut findet“, sondern dass man alles prinzipiell denken will dürfen . Das i...