Klientelwirtschaft an Universitäten

Als ich mein Medizinstudium abgeschlossen hatte, sah ich mir an, wer von den mir bekannten Studienkollegen eine Anstellung an der Universität bekommen hatte, und erkannte, dass es bis auf wenige Ausnahmen (Sub-auspiciis-Promovierte, Professorentochter) ausschließlich Personen waren, die der ÖVP nahestanden oder Mitglieder im CV waren. Ich schrieb damals einen ehemaligen Lehrer von mir an, der jetzt an der Popperschule unterrichtete und selbst CV-Mitglied war, und der meinte lapidar, es komme eben auch "auf das Soziale" an. Tatsächlich hatten meine Lehrer in der Volksschule und am Gymnasium immer mein Sozialverhalten kritisiert. Ich stimme aber nicht zu, dass es nur am Sozialverhalten liegt, wenn offenkundig Angehörige einer bestimmten Ethnie bzw. Religionsgemeinschaft bevorzugt werden. Man könnte zum Beispiel von Rassismus sprechen.

Ich nahm Österreich immer als ein Land wahr, in dem jedem Staatsbürger entsprechend seiner Fähigkeiten alle Möglichkeiten offen stünden. Offenbar habe ich mich geirrt. Die Regierung wird von Parteien gebildet, und jede Partei fördert ihre jeweilige Klientel. Wenn das Wissenschaftsministerium in Händen der SPÖ gewesen wäre, sähe es an der Medizinischen Universität Wien anders aus.

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