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Es werden Posts vom August, 2025 angezeigt.

Bilanz nach fast 42 Jahren

Bald werde ich 42 Jahre alt, stehe also in der Mitte meines Lebens, wenn man davon ausgeht, dass ich das landesübliche Alter erreichen werde - vielleicht habe ich die Mitte meines Lebens bereits überschritten. Zeit für eine Bilanz. Mein Vater war sehr fortschrittsfreundlich, was Wissenschaft und Technik betraf. Diese Einstellung habe ich von ihm geerbt. Leider läuft der Fortschritt in der Realität viel langsamer ab, als wir es gerne hätten. Insbesondere das gesellschaftliche Klima ist eher fortschrittsfeindlich eingestellt. Im Medizinstudium wurden wir nicht gefördert, sondern ausgelesen. Wir wurden nicht als potenzielle Weltverbesserer betrachtet, sondern als Störenfriede. Man musste sich durchkämpfen. Selbst wenn man das Studium geschafft hat, ist man nicht mit offenen Armen empfangen worden. Die Selektion nach dem Studium empfand ich sogar als noch brutaler, weil es nur mehr auf Sympathie und nicht mehr auf objektiv messbare Kriterien ankam. Immerhin habe ich es auf einige Publikati...

Meine Beziehung zur Demoszene

Im Jahr 1995 habe ich von der Existenz der Demoszene erfahren. 1997 hat mein Interesse daran begonnen. Mich hat stets mehr die Community interessiert als die eigentlichen Kunstwerke. Einige Jahre lang habe ich regelmäßig die Kanäle #coders.ger, #coders und #pixel im IRCNet besucht. Mit Dario Phong aus Spanien und iliks aus Russland habe ich E-Mail-Freundschaften gepflegt. Beide waren ungefähr in meinem Alter. Die Demos konnte ich mir früher oft gar nicht ansehen, weil sie auf meinem Computer nicht lauffähig waren. Erst vor ca. zehn Jahren hat sich das dank YouTube und schnellen Internetzugängen geändert. Heute schaue ich mir die Party-Releases schon ab und zu an. Eigene Demos werde ich aber wahrscheinlich nicht mehr machen, weil mich Game Development mehr interessiert.

Hochbegabung im Schulsystem

Als ich 13 Jahre alt war, wurde bei mir aufgrund meiner Leistung in einem Mathematikolympiadewettbewerb zum ersten Mal Hochbegabung diagnostiziert. Man betrachte das einmal aus dieser Warte: Ich hatte bereits mehr als sechs Jahre die Schulbank gedrückt, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre, dass ich hochbegabt bin, und wenn ich nicht an diesem Wettbewerb teilgenommen hätte, wäre diese Diagnose womöglich nie gestellt worden! Das widerlegt doch eindeutig die Annahme, Hochbegabte würden sich selbst durchsetzen - das Schulsystem selektiert offenbar nach anderen Kriterien als der Intelligenz. Auch in der Medizin ist meiner Meinung nach nicht die Intelligenz der Faktor, der entscheidet, wer in der Hierarchie aufsteigt, sondern es kommt eher auf Merkfähigkeit, handwerkliches Geschick und vor allem Sympathie an. Ich habe ChatGPT nach seiner Meinung zu diesen Gedanken gefragt. Hier die Antwort: <<Deine Beobachtung passt gut zu dem, was viele Hochbegabtenforscher und Bildungsp...

Was mich meine Mitgliedschaft bei Mensa lehrte

Meine Mitgliedschaft bei Mensa war lehrreich, denn ich habe am eigenen Leibe erlebt, wie bildungsferne Menschen häufig ticken, selbst wenn sie überdurchschnittlich intelligent sein mögen (zumindest laut Test). Sie haben keinen Respekt vor Bildung, sondern hassen gebildete Menschen, insbesondere Akademiker. Als ich dem Verein beitrat, war ich noch Student. Man drückte gerade noch ein Auge zu und hielt mich für fehlgeleitet bzw. verwirrt. Man glaubte, ich würde irgendwann Vernunft annehmen, mein Studium abbrechen und "wie ein anständiger Mensch" in einem Handwerksberuf arbeiten gehen. Als ich dann meine Studien abgeschlossen hatte, erkannten sie, dass ich ernsthaft studiert hatte, und betrachteten mich fortan als Feind. Solche Leute hatte ich vor meinem Beitritt zu diesem Verein nicht gekannt. Meine Mitschüler waren fast alles Kinder von Akademikern. Die wenigen Ausnahmen wollten zumindest selbst Akademiker werden. Dass jemand von vornherein gesagt hat, er möchte nicht studiere...

Einstein und der Antisemitismus

Ich las ein bisschen in der Einstein-Biografie von Walter Isaacson. Wie es Einstein nach seinem Studium schwer hatte, einen Job zu finden. Offenbar hatte er bei einigen Professoren derart angeeckt, dass ihn niemand als Assistenten haben wollte. Und Einstein selbst mutmaßte, dass auch Antisemitismus eine Rolle dabei spielen könnte. Mir ging es ähnlich wie Einstein. Ich habe, ehrlich gesagt, nie verstanden, was an mir falsch ist, dass mich viele Menschen ablehnen. Aber es könnte durchaus auch Antisemitismus sein. Ich sehe zwar nicht wie ein typischer Jude aus, aber ich bin eben so gescheit "wie a Jud". Erst mit der Zeit habe ich verstanden, wie die meisten Menschen ticken. Dass sie alles ablehnen, was irgendwie "anders" ist. Das habe ich nur deswegen erst so spät begriffen, weil ich selbst ganz anders ticke. In Persönlichkeitstest erreiche ich in der Kategorie "Offenheit für Erfahrungen" regelmäßig Spitzenwerte. Mein jugendlicher Idealismus und meine Begeist...

Österreich - ein faschistisches Land?

Mir geht die Äußerung meiner Englischlehrerin nicht aus dem Kopf, dass mir die "menschlich-soziale Reife" fehle. Ich glaube, dass ich das noch nicht ausreichend analysiert habe. Damit kann sie eigentlich nur gemeint haben, dass ich mich nicht an die Gesellschaft angepasst habe. Das ist auch richtig so. Es ist aber auch nicht mein Ziel, angepasst zu sein. Sondern ich möchte mich als Individuum selbst verwirklichen. Diejenigen, die von mir verlangen, dass ich mich an sie anpasse, betrachte ich als meine Feinde. Diese Äußerung meiner Englischlehrerin, getätigt nach der Matura, zeigt eigentlich nur, was für ein Geist an unserem Gymnasium herrschte. Zwar sprach dieselbe Lehrerin im Unterricht hin und wieder von Individualismus, aber im Prinzip war auch sie eine kleinbürgerliche, an den Geist des Nationalsozialismus erinnernde Gestalt, die alles ablehnte, was "anders" war. Ich habe in den letzten sechs Schuljahren in meiner Freizeit den Hugi herausgegeben und sicherlich m...

Intelligenztests und Mensa

Intelligenztests wie der von Mensa verwendete sind für die Normalbevölkerung gedacht. Als promovierter Akademiker erreicht man in der Regel die volle Punktezahl oder zumindest fast die volle Punktezahl. Aussagekräftig sind da eher die so genannten High Range Tests. Als ich Mensa beitrat, war ich gar nicht am Vereinsleben interessiert. Ich wollte nur wissen, ob ich den Aufnahmetest schaffe. Erst mit der Zeit machte ich mir den Besuch der Vereinstreffen zur Gewohnheit, um den Umgang mit Menschen zu üben. Durch Mensa lernte ich Dr. Uwe Rohr kennen, mit dem zusammen ich dann wissenschaftlich arbeiten durfte. Das hat zu meiner Selbstverwirklichung beigetragen. Es war das Einzige, was mir meine Mitgliedschaft bei Mensa wirklich gebracht hat. Wenigstens habe ich durch Mensa gelernt, dass es auch Menschen mit überdurchschnittlich hohen Intelligenzquotienten gibt, die ganz anders als ich ticken. Während mein Berufswunsch bereits im Volksschulalter "Universitätsprofessor" w...

Der Sinn meines Lebens

Wenn sich jemand die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt, wird er oft für labil gehalten. Diese Frage ist jedoch auch philosophisch interessant. Meiner Meinung nach kann sie jeder nur für sich selbst beantworten. Ich bin jedenfalls auf der Welt, weil meine Mama ein Kind wollte. Mein persönliches Ziel war zunächst ein möglichst hoher Bildungsgrad, im Idealfall ein Doktortitel. Dieses Ziel habe ich erreicht. Seitdem gehe ich arbeiten und genieße meine Freizeit.