Einstein und der Antisemitismus

Ich las ein bisschen in der Einstein-Biografie von Walter Isaacson. Wie es Einstein nach seinem Studium schwer hatte, einen Job zu finden. Offenbar hatte er bei einigen Professoren derart angeeckt, dass ihn niemand als Assistenten haben wollte. Und Einstein selbst mutmaßte, dass auch Antisemitismus eine Rolle dabei spielen könnte.

Mir ging es ähnlich wie Einstein. Ich habe, ehrlich gesagt, nie verstanden, was an mir falsch ist, dass mich viele Menschen ablehnen. Aber es könnte durchaus auch Antisemitismus sein. Ich sehe zwar nicht wie ein typischer Jude aus, aber ich bin eben so gescheit "wie a Jud".

Erst mit der Zeit habe ich verstanden, wie die meisten Menschen ticken. Dass sie alles ablehnen, was irgendwie "anders" ist. Das habe ich nur deswegen erst so spät begriffen, weil ich selbst ganz anders ticke. In Persönlichkeitstest erreiche ich in der Kategorie "Offenheit für Erfahrungen" regelmäßig Spitzenwerte.

Mein jugendlicher Idealismus und meine Begeisterung für die Forschung haben mir seinerzeit jedenfalls nicht geholfen, eine Anstellung an der Universität zu bekommen. Tatsächlich fand ich die meisten Professoren unsympathisch und erkannte, dass sie nicht auf einer Wellenlänge mit mir waren. Wie mein verstorbener Freund und Mentor Dr. Uwe Rohr zu sagen pflegte: Normalbegabte wollen ein regelmäßiges Einkommen. Ihnen geht es nicht darum, die Welt zu verbessern oder die großen Probleme der Menschheit zu lösen. Als Hochbegabter wird man mit dieser Ambition allein gelassen.

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