Meine wirtschaftspolitische Grundhaltung

Wirtschaftspolitik hat mich zwar nie besonders interessiert, aber wenn ich danach gefragt wurde, habe ich meistens pro-marktwirtschaftliche Standpunkte vertreten. Das hat zwei Gründe:

1. Nach 1989 war ich öfter in der Slowakei auf Urlaub und habe gesehen, wie arm die Menschen dort waren.

2. Ich habe viele Medien konsumiert, die wirtschaftsliberal orientiert waren, wie "Die Presse" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Grundsätzlich denke ich auch heute nicht anders, aber ich habe doch einen etwas differenzierteren Blick auf die Lage in der Slowakei gewonnen. Die Leute dort waren nicht nur wegen des Systems so arm, sondern auch, weil die Welt in Westen und Osten gespalten war und es Einfuhrbeschränkungen für Güter aus dem Westen gab.

Auch weiß ich inzwischen, dass der Westen dem Osten nicht immer so überlegen war, wie man heutzutage meistens glaubt. Zum Beispiel habe ich gelesen, dass die Vereinigten Staaten in der Zeit vor Reagan mit gewaltigen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatten.

Ich glaube, dass der Osten deswegen zugrunde gegangen ist, weil in den Ländern die Auslandsverschuldung überhand genommen hat und weil sich die Leute nach dem Konsum westlicher Güter gesehnt haben.

Ein Grund, warum ich für Freihandel bin, ist übrigens auch, dass ich als Kind gerne Videospiele aus Fernost gespielt habe - ohne zwischenstaatlichen Handel hätte es so etwas nicht gegeben. 

Kommentare