Karrieretyp

Ich habe einen Bekannten, mit dem ich schon seit der Schulzeit immer wieder in Kontakt stehe. Er war einer der wenigen österreichischen Leser meiner Zeitschrift. Von Beruf ist er Software-Entwickler und führte eine Zeitlang ein eigenes Unternehmen.

Vor einigen Jahren wollte er mich als Mitarbeiter für ein Projekt gewinnen. Als ich absagte, war er zuerst ganz böse und resignierte dann mit den Worten: "Karrieretyp bist du also nicht."

Mich wundert es, dass er mich überhaupt für einen Karrieretypen gehalten hat, obwohl er von meinem hohen IQ wusste! Karrieretypen sind doch normalerweise nur Leute mit einem IQ von ungefähr 110. Diese Leute sind sehr aggressiv und streben danach, in ihrem Unternehmen möglichst weit nach oben zu kommen. So bin ich definitiv nicht, dazu habe ich ein viel zu hohes geistiges Niveau! Ich bin vielmehr Wissenschaftler und betrachte meinen Beruf nur als Mittel zum Zweck, ein wenig Geld zu verdienen und eine Krankenversicherung zu bekommen! Mein eigentliches Streben gilt dem philosophisch-wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn.

Aber es könnte durchaus sein, dass ich in dieser Beziehung auch manchen Mensa-Mitgliedern verschieden bin.

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