Das römisch-katholische Establishment Österreichs
Sie heißen Roman, Pius, Johannes, Clemens, Christian oder Franz-Joseph. Sie sind österreichische Staatsbürger, römisch-katholisch getauft. Jeden Sonntag gehen sie in die Kirche. In der Schule lernen sie alles Wort für Wort auswendig und haben lauter Einser, außer in Mathematik und Physik, wo sie schwach sind. Wenn Wahlen sind, machen sie ihr Kreuzerl brav bei der ÖVP. Sie studieren Medizin oder Jus und sind Mitglied in einer Studentenverbindung, wo sie sich mit Wein, Weib und Gesang vom Studentendasein erholen.
Das sind die, die sich für das Establishment in Österreich halten. Seinerzeit bin ich Mensa beigetreten, weil ich auf diese Weise demonstrieren wollte, dass ich diesen Leuten geistig überlegen bin. Bei Mensa bin ich aber nur auf Proleten gestoßen.
Dieses etablierte Milieu fördert nur sich selbst. Von klein auf fühlt man sich als etwas Besseres. Letzten Endes entscheidet die Herkunft darüber, wer etwas wird.
Für
mich war es immer das größte Problem, dass ich nicht dazugehöre. Ich
bin kein Autist, sondern einfach anders und deswegen sozial isoliert.
Vielen Menschen, denen ich begegnete, war ich ein Rätsel. Vermutlich vor
allem deshalb, weil ich selbst nicht wusste,
was ich eigentlich bin. Ich gehöre weder dem römisch-katholischen
Bürgertum noch dem sozialdemokratischen Proletariat an. Erst nach vielen
Jahren und nachdem ich mehr über meine Familiengeschichte erfahren
habe, bin ich zu einem Ergebnis gekommen, das alles erklärt. Ich kenne
keinen Zweiten, der so ist wie ich.
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