Wunderkinder und die Schule
In letzter Zeit habe ich mir auf YouTube einige Reportagen über Wunderkinder angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass sie alle sehr viele Schulklassen übersprungen haben. Eine Mutter begründete das damit, dass ihre Tochter kognitiv unterfordert und gelangweilt wäre, wenn sie die Schulstufe besuchte, die normalerweise für ihr Alter adäquat ist.
Ich selbst bin zwar frühzeitig eingeschult worden, habe aber keine Klasse übersprungen, vor allem deswegen, weil es zu meiner Zeit hierfür in Österreich noch nicht die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür gab. Dennoch hatte ich immer genug zu lernen, vor allem in den fremdsprachlichen Fächern.
Ich glaube, dass die Wunderkinder aus diesen Reportagen eine andere Einstellung zur Schule haben, als ich hatte. Ich hatte eine "Sklavenmentalität": Die Schule war nicht dazu da, meine Bedürfnisse zu befriedigen, sondern meine Aufgabe war es, die Bedürfnisse der Lehrer zu befriedigen. Die Wunderkinder haben wahrscheinlich eher eine "Herrenmentalität". Ich glaube zudem, dass ihre Eltern im Gegensatz zu meinen nicht darauf Wert legen, dass sie lauter Einser schreiben.
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