Wer sollte studieren und wozu?

Meine Eltern haben beide studiert, und über mich haben die Lehrer schon früh gesagt, dass ich "ein universitäres Hirn" habe. Also war klar, dass ich auch studieren würde. Dabei haben meine erwachsenen Bezugspersonen jedoch nicht bedacht, dass mir etwas Entscheidendes fehlt, nämlich ein enzyklopädisches Gedächtnis. Ich bin kein Auswendiglerner; es fällt mir schwer, mir den Inhalt eines Kapitels in einem Lehrbuch Wort für Wort zu merken. Ich kann mir auf diese Weise nicht einmal einen einzigen Satz merken!

Deswegen war ich definitiv nicht optimal für ein Medizinstudium geeignet, und es ist eher eine Sache von Glück, dass ich dieses Studium trotzdem geschafft habe. Aber: Grundsätzlich hat es für mich wenig Sinn zu versuchen, mir Wissen im Details um des Wissens willen anzueignen. Lernen ist mit so hohem Aufwand verbunden, dass es nur Sinn hat, wenn sich das zu Erlernende auch anwenden lässt - und sei es nur, um die Welt besser zu verstehen.

Zum Glück ist nicht jedes Studium so wie ein Medizinstudium aufgebaut. Für das Informatikstudium war ich sehr gut geeignet. Immerhin habe ich es mit Auszeichnung abgeschlossen.

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