Breite vs. Tiefe

Im Buch "The Technological Republic" befindet sich eine Passage, in welcher der Autor erzählt, dass sich in früheren Jahrhunderten Intellektuelle oft mit mehreren verschiedenen Wissensgebieten beschäftigt haben und nicht nur mit einem einzigen Spezialgebiet, wie es heute eher die Regel zu sein scheint. Das heißt, ihre Interessen gingen mehr in die Breite als in die Tiefe.

Ich habe mir Gedanken dazu gemacht, und zwar anlässlich der Berichterstattung über Sabrina Pasterski. Diese junge Frau hat mit 16 ihr erstes Flugzeug selbst gebaut und danach mit Bestnoten ein Physikstudium absolviert. Ich frage mich: Wird sie ihr ganzes Leben lang vom Wissen aus diesem Studium zehren und als Physikerin arbeiten? Ich bin mir nicht sicher, ob sie das glücklich machen wird, und glaube, dass es ihr eher gefallen würde, nach einigen Jahren wieder etwas Neues anzufangen. Aber das wird ja vom System eher unterdrückt. Man will, dass die Leute in jungen Jahren viel lernen und dann ihr Leben lang mit dem auskommen, was sie in ihrer Jugend gelernt haben. Vielleicht der falsche Weg?

Sabine Hossenfelder hat ja auch ihre Karriere als Physikerin aufgegeben, um YouTube-Videos zu machen. Diese beschäftigen sich längst nicht nur mit Physik. 

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