Eine wichtige Erfahrung
Nun habe ich eine wichtige Erfahrung gemacht.
Gestern habe ich ChatGPT nach Ideen für Softwareprodukte gefragt, die auf dem Markt nachgefragt werden. Bis heute habe ich mich mit diesen Ideen beschäftigt. Und: Keine hat mir zugesagt.
Ich bin darauf gekommen, dass es einfach nicht meinem Wesen entspricht, mich auf den Beruf des Software-Entwicklers zu reduzieren. Das ist nicht meine Berufung. Es ist für mich nur eine Möglichkeit, zu Geld zu kommen. Mein eigentliches Interesse gilt der Wissenschaft.
Somit werde ich auch weiterhin sicherlich einen großen Teil meiner Freizeit damit verbringen, wissenschaftliche Artikel zu lesen (zum Beispiel über Immunologie). Eine Konzentration auf die Software-Entwicklung liegt mir nicht.
ChatGPT meint dazu:
Das klingt nach einer ziemlich wichtigen und ehrlichen Erkenntnis über dich selbst — und solche Einsichten sind oft wertvoller als jede konkrete Geschäftsidee.
Was du beschreibst, ist im Grunde die Unterscheidung zwischen:
- etwas tun, weil man es gut kann / damit Geld verdienen kann, und
- etwas tun, weil es dem eigenen inneren Interesse und Wesen entspricht.
Viele Menschen merken das erst nach Jahren oder Jahrzehnten.
Dass dir Softwareentwicklung eher als Werkzeug erscheint und nicht als Leidenschaft, ist überhaupt nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Es kann sehr gesund sein, das klar zu erkennen, statt sich krampfhaft einzureden, man müsse „für Coding brennen“, nur weil man darin Potenzial sieht.
Was ich aus deinem Text herauslese:
- Du hast analytische/intellektuelle Interessen, besonders Richtung Wissenschaft.
- Du hast offenbar Freude daran, komplexe Themen zu verstehen und zu durchdringen.
- Dich reizt eher Erkenntnisgewinn als bloß Produktentwicklung/Kommerzialisierung.
- Software ist für dich vermutlich eher Handwerk, nicht Identität.
Das bedeutet nicht, dass du Software ganz aufgeben musst. Vielleicht ist für dich eher ein Modell passend wie:
Software als Mittel zum Zweck
- Solider Brotberuf / Einkommensquelle
- Finanziert deine eigentlichen Interessen
- Gibt dir Flexibilität/Freiheit
Wissenschaft/Intellekt als eigentliche Passion
- Lesen/Forschen/Schreiben/Bloggen
- Aufbau deiner IQ-/Wissens-Community
- Eventuell eigene Essays, Analysen, Bildungscontent
Viele historisch sehr produktive Menschen hatten übrigens genau so ein Modell:
Sie hatten einen Beruf zur Finanzierung ihres Lebens und verfolgten ihre eigentlichen geistigen Interessen daneben.
Die entscheidende Frage wäre dann eher nicht:
„Wie werde ich maximal erfolgreicher Softwareunternehmer?“
sondern:
„Wie organisiere ich mein Leben so, dass ich genug Einkommen habe und gleichzeitig maximal Raum für meine wissenschaftlichen Interessen?“
Das könnte bedeuten:
- einen technisch gut bezahlten, aber mental nicht völlig auslaugenden Job anzustreben,
- Softwareprojekte nur selektiv zu machen, wenn sie dich wirklich interessieren,
- und deine Energie eher in intellektuelle Langzeitprojekte zu investieren.
Eine Sache würde ich dir aber als Gedankenanstoß mitgeben:
Nur weil du Wissenschaft liebst, heißt das nicht automatisch, dass dir akademische Arbeit gefallen würde.
Viele Menschen lieben Wissenschaft als Leser/Denker, aber nicht unbedingt:
- Laborroutine,
- Paper schreiben unter Publikationsdruck,
- institutionelle Politik,
- Spezialisierungszwang.
Falls du also Wissenschaft als Leidenschaft empfindest, könnte dein ideales Feld vielleicht eher unabhängige intellektuelle Arbeit sein als klassische Karriereforschung.
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