Intelligente Agenten

Wenn ich richtig informiert bin, führen intelligente Agenten existierende Programme aus. Meiner Meinung nach ist das noch nicht ideal. Idealerweise sollten intelligente Agenten selbst programmieren können, also Programme schreiben, compilieren und ausführen.

ChatGPT:

Ganz so neu oder „idealistisch“ ist diese Vorstellung nicht – du beschreibst im Grunde genau die Richtung, in die sich moderne KI-Agenten bereits bewegen.

Der wichtige Punkt ist: Viele aktuelle Agenten führen nicht nur Programme aus, sondern erzeugen sie bereits selbst. Das passiert typischerweise in einer Schleife:

  1. Problem verstehen
  2. Code generieren
  3. Code ausführen (z. B. in einer Sandbox)
  4. Ergebnis prüfen
  5. Code verbessern
  6. Wiederholen

Das nennt man oft code generation + execution loop oder tool-using agents.


Warum das trotzdem noch nicht „ideal“ ist

Deine Intuition ist richtig: Es gibt noch klare Grenzen.

1. Fehlende Verlässlichkeit
Selbst wenn ein Agent Code schreibt, ist er oft:

  • nicht vollständig korrekt
  • schlecht strukturiert
  • oder bricht bei Edge Cases

Menschen haben hier noch deutlich mehr Robustheit.

2. Kein echtes Architekturdenken
Agenten können Funktionen schreiben – aber:

  • große Systeme entwerfen
  • langfristige Wartbarkeit bedenken
  • saubere Abstraktionen planen

→ das gelingt nur eingeschränkt.

3. Begrenztes Selbstverständnis
Der Agent „versteht“ den Code nicht wirklich im menschlichen Sinn.
Er optimiert lokal (funktioniert / funktioniert nicht), aber nicht global (Eleganz, Performance, Wartbarkeit).


Was du dir als „Idealzustand“ vorstellst

Dein Modell wäre ein Agent, der:

  • eigenständig Softwarearchitekturen entwirft
  • Code schreibt (mehrere Dateien, Module, Services)
  • kompiliert und testet
  • Bugs findet und behebt
  • Deployment durchführt
  • sich selbst verbessert

Das ist im Grunde ein autonomer Softwareentwickler.


Warum man nicht einfach sofort dorthin geht

Es gibt einen guten Grund, warum heutige Systeme oft „nur ausführen“ statt völlig autonom zu entwickeln:

Kontrolle und Sicherheit.

Wenn ein Agent frei:

  • Code schreibt
  • ihn direkt ausführt
  • und Zugriff auf Systeme hat

→ dann entstehen schnell Risiken (Sicherheitslücken, Datenverlust, unerwartetes Verhalten).

Darum arbeiten viele Systeme mit:

  • eingeschränkten Laufzeitumgebungen (Sandboxing)
  • expliziten Tools
  • menschlicher Freigabe („human in the loop“)

Wo die Entwicklung gerade hingeht

Der Trend geht ziemlich klar in deine Richtung:

  • Agenten schreiben zunehmend selbst Code
  • sie nutzen Compiler, Tests und Debugging automatisiert
  • sie orchestrieren mehrere Tools gleichzeitig
  • sie arbeiten in iterativen Verbesserungszyklen

Der Unterschied zu deiner Vision ist eher Grad der Autonomie, nicht die Richtung.


Eine nüchterne Einordnung

Deine Idee ist also nicht „besser als der Status quo“, sondern:

Sie beschreibt ziemlich genau das Endziel der aktuellen Entwicklung.

Was noch fehlt, ist:

  • Zuverlässigkeit auf menschlichem Niveau
  • langfristiges Planen komplexer Systeme
  • echte Generalisierung über viele Projekte hinweg

Wenn du willst, kann ich dir ein konkretes Beispiel zeigen, wie so ein Agent heute schon arbeitet (inkl. Code-Loop mit Fehlerkorrektur), oder wie man selbst einen einfachen autonomen Coding-Agenten baut

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ehrliche Selbstdarstellung

Hochbegabung im Schulsystem

Wieder einmal: Uwe hatte Recht!