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Guter Schüler

Manchmal muss ich manchmal daran denken, dass ein Bekannter als Reaktion auf meine damalige Homepage vor einigen Jahren geschrieben hat: "You learn everything word by word. That doesn't make you more intelligent." Schade, dass ich damals nicht darauf reagiert habe. Offenbar bin ich bei solchen Anschuldigungen nicht schlagfertig genug. Tatsache ist, dass es ein Klischee ist, dass Schüler, die in der Schule sehr gute Leistungen erbringen, alles auswendig lernen. Vielleicht gibt es Schulen, in denen man das muss, aber bei uns spielte das Auswendiglernen immer nur eine untergeordnete Rolle - die einzige Lehrerin, die das wirklich verlangte, war die Biologielehrerin, und bei dieser habe ich in der Tat manchmal nur einen Dreier gehabt. Ich war in der Schule deswegen gut, weil ich mir immer beim Lernen von Regeln leicht getan habe (zum Beispiel beim Lernen von Rechtschreibregeln), gerne Aufsätze geschrieben habe und in Mathematik gut war. Die übrigen Fächer waren bei uns nur Neb...

Meine wirtschaftspolitische Grundhaltung

Wirtschaftspolitik hat mich zwar nie besonders interessiert, aber wenn ich danach gefragt wurde, habe ich meistens pro-marktwirtschaftliche Standpunkte vertreten. Das hat zwei Gründe: 1. Nach 1989 war ich öfter in der Slowakei auf Urlaub und habe gesehen, wie arm die Menschen dort waren. 2. Ich habe viele Medien konsumiert, die wirtschaftsliberal orientiert waren, wie "Die Presse" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Grundsätzlich denke ich auch heute nicht anders, aber ich habe doch einen etwas differenzierteren Blick auf die Lage in der Slowakei gewonnen. Die Leute dort waren nicht nur wegen des Systems so arm, sondern auch, weil die Welt in Westen und Osten gespalten war und es Einfuhrbeschränkungen für Güter aus dem Westen gab. Auch weiß ich inzwischen, dass der Westen dem Osten nicht immer so überlegen war, wie man heutzutage meistens glaubt. Zum Beispiel habe ich gelesen, dass die Vereinigten Staaten in der Zeit vor Reagan mit gewaltigen wirtschaftlichen ...

"Soziopath"

Im Anschluss an das Posting bzgl. Autismus: Mich beschäftigt es schon, wie schlecht ich in meiner Jugend von anderen Menschen behandelt worden bin. Ich wurde oft als "Psychopath" bzw. "Soziopath" bezeichnet, man sagte über mich, ich sei "krank" und müsse weggesperrt werden. Das spricht an sich für Autismus, es könnte aber auch sein, dass ich einfach eine andere Persönlichkeit habe als die meisten Menschen und kein Autist im strengen Sinn bin. In diesem Sinne war auch die Wortmeldung einer Studienkollegin zu verstehen, die sagte, ich sei wohl ein kleines Genie, aber einen Arzt stelle sie sich anders vor. Ich bin mir sicher, dass es gerade unter Autisten viele gibt, die eine negative Meinung über Ärzte haben und sich viel lieber von jemandem behandeln lassen würden, der so ist wie sie selbst. So gesehen, wäre es doch gut, wenn man Leute wie mich als Arzt arbeiten ließe.

Was ich immer wieder merke

Was ich immer wieder merke, auch im Vergleich mit anderen Hochbegabten: 1. Meine Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung sind besser als die der meisten. Tatsächlich habe ich schon im Volksschulalter annähernd perfekt schreiben können. Viele können das nicht einmal im Erwachsenenalter, und das gilt auch für Akademiker. 2. Andere Menschen denken oft nicht logisch bzw. erkennen offenbar Zusammenhänge nicht, die ich erkenne. Zum Beispiel war in der Quizjagd vor einiger Zeit ein Arzt (!), der die Frage nicht beantworten konnte, mit welchem Material ein Wort zu tun hat, das den Wortstamm "Sidero" enthielt. Als Arzt hätte er eigentlich die Krankheit "Siderose" kennen müssen. Da hätte er wissen müssen, dass das mit Eisen zu tun hat. Somit wäre es nicht schwierig gewesen, darauf zu kommen, dass die gesuchte Antwort "Stahl" lautete (Stahl wird aus Eisen erzeugt). 3. Andere Menschen lernen oftmals nur, was sie unbedingt lernen müssen, und haben offenbar kein Intere...

Bin ich Autist?

Ich habe eine Mail von einem früheren Mitschüler (Volksschule) bekommen, in der er mich fragt, ob ich Autist sei. So genau weiß ich das nicht. Manches spricht dafür, manches dagegen. Ganz sicher ist, dass ich mich anders entwickelt habe als andere Kinder. Ich glaube, ich war weniger folgsam. Es gibt Videoaufnahmen von mir als Kind, in denen man sieht, wie meine Mama tausendmal an mich appelliert hat und ich einfach nicht reagiert habe. In der Schule wollte ich anfangs ja auch keine Hausaufgaben machen. Erst nachdem mir klar gemacht worden ist, dass das meine Pflicht ist und ich danach beurteilt werde, habe ich sie regelmäßig gemacht und war dann immer einer der besten Schüler meiner Klasse. Ich glaube, ich habe mich zwar sehr gut an das Schulsystem angepasst, aber daraus keine Lehren für ein allgemeines Sozialverhalten gezogen.

Wir leben in der Verrücktensiedlung

Diese Nacht habe ich geträumt, dass meine Mama ein Haus mit einem gelben Garten gekauft hat. Später stellte sich heraus, dass das Gelbe nur eine Platte war. Nachdem diese Platte entfernt worden war, zeigte es sich, dass es sich bei dem "Haus" um eine Wohnung in einer Verrücktensiedlung nahe dem Wiener AKH handelte. Hier waren wir untergebracht, weil wir verrückt sind.   In diesem Zusammenhang verweise ich auf meinen Traum vom Nord- und vom Süd-AKH: Im Nord-AKH arbeiten Chirurgen, duellieren sich regelmäßig, und Verrückte werden dort seziert. Im Süd-AKH arbeiten Internisten, nehmen Drogen und behandeln Verrückte mit Medikamenten.   Das erinnert mich an das Nordreich Israel und das Südreich Judäa.

Transhumanismus und politische Philosophie

Bald nach Beginn meines Medizinstudiums lernte ich die Philosophie des Transhumanismus kennen und machte sie mir zueigen, weil sie meinen Vorstellungen von wissenschaftlichem Fortschritt ähnelte. Die Gründungsväter des Transhumanismus waren politisch libertär gesinnt. Deshalb übernahm ich zunächst ihre libertären Ansichten. Inzwischen bin ich aber wieder für die liberale Demokratie mit sozialstaatlicher Komponente. Diese Auffassung hat sich auch unter Transhumanisten durchgesetzt. Manche tendieren sogar nach links.