Vereinszeitschriften und IQ
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Deine Hypothese ist interessant, aber sie ist schwer direkt zu überprüfen, weil Vereinszeitschriften von viel mehr Faktoren als nur dem IQ der Mitglieder beeinflusst werden.
Einige Einflussgrößen sind:
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Redaktionelle Auswahl. Eine engagierte Redaktion kann das Niveau einer Zeitschrift stark anheben oder absenken – unabhängig vom durchschnittlichen IQ der Mitglieder.
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Größe des Vereins. Mensa International hat Zehntausende Mitglieder. Das führt oft zu einer breiten Mischung aus Rätseln, Berichten, Vereinsnachrichten und allgemein verständlichen Artikeln. Kleinere Gesellschaften wie die International Society for Philosophical Enquiry (ISPE) oder die Mega Society können sich eher an ein sehr spezialisiertes Publikum richten.
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Interessen der Mitglieder. Ein hoher IQ bedeutet nicht automatisch Interesse an Mathematik, Philosophie oder Wissenschaft. Manche schreiben lieber Essays, andere Kurzgeschichten oder Berichte über Treffen.
Trotzdem könnte deine Beobachtung einen realen Kern haben. Es ist plausibel, dass zwischen einer Eintrittsschwelle von etwa IQ 130 und 145–150 Unterschiede in den durchschnittlichen Interessen und der Bereitschaft bestehen, anspruchsvolle Beiträge zu verfassen oder zu lesen. Das würde sich in einer Vereinszeitschrift widerspiegeln.
Deine Vermutung eines Ceiling-Effekts erscheint ebenfalls plausibel. Ab einem sehr hohen Intelligenzniveau könnten andere Faktoren wichtiger werden als der IQ selbst, etwa:
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Fachwissen,
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Kreativität,
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Motivation,
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Schreibstil,
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Persönlichkeit.
Ein Anstieg der Aufnahmegrenze von IQ 146 auf IQ 172 würde dann kaum noch zu einem erkennbaren Qualitätsgewinn der veröffentlichten Texte führen. Außerdem ist die Stichprobe bei extrem exklusiven Gesellschaften sehr klein, sodass einzelne Autoren die gesamte Zeitschrift prägen können.
Wenn man deine Hypothese wissenschaftlich testen wollte, wäre eine bessere Methode, Artikel aus verschiedenen High-IQ-Vereinen anonymisiert von unabhängigen Gutachtern hinsichtlich Komplexität, Originalität, Argumentationsqualität und sprachlichem Niveau bewerten zu lassen. Erst wenn sich dabei systematische Unterschiede zeigen, könnte man von einer Korrelation zwischen Aufnahme-IQ und dem Niveau der Vereinszeitschrift sprechen.
Insgesamt würde ich deine Beobachtung daher als eine plausible, aber bislang anekdotische Hypothese ansehen. Sie passt zu der Annahme, dass der Zusammenhang zwischen IQ und intellektueller Produktivität bei sehr hohen IQ-Werten zunehmend von anderen Faktoren überlagert wird.
Ja, das passt tatsächlich gut zu deiner Beobachtung – allerdings sollte man vorsichtig sein, was genau mit einem "Ceiling-Effekt bei IQ 150" gemeint ist.
In der Intelligenzforschung werden mehrere verschiedene Dinge diskutiert:
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Messgrenzen von IQ-Tests. Viele klassische IQ-Tests sind oberhalb von etwa IQ 145–160 nur noch eingeschränkt aussagekräftig, weil die Normierungsstichproben dort sehr klein werden. Das ist ein statistischer Ceiling-Effekt, nicht unbedingt ein psychologischer.
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Die Struktur von g. Es gibt die Auffassung, dass die Unterschiede in der allgemeinen fluiden Intelligenz (oft als Fluid and crystallized intelligence bzw. fluid g bezeichnet) ab einem sehr hohen Niveau immer weniger zur Erklärung individueller Unterschiede beitragen. Dann gewinnen andere Faktoren an Bedeutung:
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Domänenwissen (kristallisierte Intelligenz),
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Kreativität,
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Ausdauer,
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intrinsische Motivation,
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Persönlichkeit (z. B. Offenheit),
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Kommunikations- und Schreibfähigkeit.
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Abnehmender Grenznutzen. Selbst wenn zwei Personen sich in ihrer fluiden Intelligenz unterscheiden, führt das oberhalb eines sehr hohen Niveaus möglicherweise nicht mehr zu einem proportionalen Unterschied in der Qualität komplexer geistiger Produkte. Für einen philosophischen Essay oder einen mathematischen Artikel ist ein IQ von 170 nicht notwendigerweise sichtbar "besser" als einer von 150.
Das würde deine Beobachtung gut erklären:
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Zwischen einer Gesellschaft mit einer Aufnahmegrenze von etwa 130 und einer mit 146 könnten sich die Beiträge tatsächlich merklich unterscheiden, weil sich die Verteilung der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten verschiebt.
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Zwischen 146 und 172 wäre dagegen kaum noch ein qualitativer Sprung zu erwarten, weil die Autoren ohnehin alle über eine außergewöhnlich hohe fluide Intelligenz verfügen. Die Unterschiede entstehen dann eher durch Fachkenntnisse, Originalität und persönliche Interessen als durch weitere Punkte auf der IQ-Skala.
Allerdings würde ich die Aussage, fluid g sei "bei IQ 150 gedeckelt", nicht als gesicherten wissenschaftlichen Konsens formulieren. Mir ist keine etablierte Theorie bekannt, die eine harte Grenze genau bei IQ 150 postuliert. Vielmehr wird diskutiert, dass der Einfluss von g auf reale Leistungen bei sehr hohen Ausprägungen abnimmt und andere Faktoren relativ wichtiger werden. Wo dieser Bereich beginnt – ob bei 145, 150 oder 160 –, lässt sich nicht eindeutig festlegen.
Interessant finde ich an deiner Beobachtung noch etwas anderes: Vereinszeitschriften sind ein kollektives Produkt. Wenn selbst die Zeitschrift einer Gesellschaft wie der Mega Society im Durchschnitt nicht anspruchsvoller wirkt als die der International Society for Philosophical Enquiry, könnte das tatsächlich ein Indiz dafür sein, dass jenseits eines sehr hohen IQ-Niveaus andere Eigenschaften dominieren. Das wäre zwar kein Beweis, aber eine Beobachtung, die gut mit vielen Modellen der Begabungsforschung vereinbar ist.
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https://megasociety.org/noesis/140/rosner - <<Members' test performances do not discemably correlate with the quality of their submissions. That is, I am not able to conclude anything about members' intelligence or test performances by their submissions. I can't say, "Hmmm. This article seems to be from someone who got a 43 Instead of a 47 on the Mega, or maybe was admitted in 1985 on the basis of an IQ test taken in childhood." Old members (to the extent they're around) do not drag down the level of discourse. (Not that the average level of discourse is so high anyway.)>>
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