Studienwahl

Das Medizinstudium hat mir zwar Wissen über Medizin eingebracht, aber karrieretechnisch war es schlecht, dass ich dieses Studium absolviert habe. Denn für Medizinabsolventen, die rein als Forscher arbeiten, gibt es nur sehr wenige Stellen, und für den Arztberuf bin ich nicht geeignet.

Am besten wäre es gewesen, ich hätte Physik studiert. Dieses Studium ist sehr mathelastig, was mir liegt, und man kann als Physiker auch in der Theoretischen Physik arbeiten, wozu man kein handwerkliches Geschick benötigt.

Chemie wäre auch möglich gewesen. In den chemischen Laborpraktika im Medizinstudium war ich gut. Nur mit der Handhabe des Massenspektrometers habe ich Schwierigkeiten gehabt. Hierfür braucht man ein sehr ruhiges Händchen.

Aber wenigstens habe ich die Möglichkeit gehabt, zusätzlich zum Medizinstudium ein Informatikstudium zu absolvieren. Damit habe ich ein Diplom für etwas bekommen, was ich schon vor der Matura gut konnte. Gerne würde ich im wissenschaftsnahen Bereich arbeiten, zum Beispiel in Computational Sciences.

In Myers-Briggs-Persönlichkeitstests erreiche ich meistens mehr Punkte für P als für J. Das erklärt, dass ich mir nie wirklich konkrete Gedanken über meine berufliche Zukunft gemacht habe. Am Gymnasium habe ich einfach in den Tag hinein gelebt, ohne an die Matura zu denken. Dass ich die Matura bestehen würde, war aber sehr wahrscheinlich, weil meine Eltern beide ebenfalls die Matura haben. Im Medizinstudium war ich mir hingegen immer unsicher, ob ich das Studium schaffen würde. Im zweiten Semester meldete ich mich für den Mensatest an, weil das das einzige mir bekannte Instrument für eine Prognose des Studienerfolgs war. Nach Bestehen des Tests dachte ich mir, es wäre eine Schande, wenn ich das Studium nicht schaffte. Das war meine Hauptmotivation dafür, bis zur Promotion durchzuhalten.

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