Virusresistenz von Zellen
Gibt es in der Natur Zellen, die nicht von Viren befallen werden können?
ChatGPT:
Ja.
An mehreren Universitäten und Forschungsinstituten wird bereits an
Strategien gearbeitet, Zellen oder Organismen deutlich virusresistenter
zu machen – allerdings meist nicht mit dem Ziel einer „absolut
uninfizierbaren“ menschlichen Zelle, sondern einer stark erhöhten
Resistenz.
Wichtige Forschungsrichtungen sind:
1. Genetisch veränderte Virusrezeptoren
Hier werden Zelloberflächenrezeptoren verändert, die Viren zum Eindringen benötigen.
Beispiel: Der Rezeptor CCR5 wird mit CRISPR-Cas9 verändert, um Resistenz gegen viele Varianten von HIV/AIDS zu erzeugen.
Beteiligte Gruppen:
University of Pennsylvania
Stanford University
National Institutes of Health
2. Veränderte genetische Codes
Besonders spannend ist die Arbeit an Organismen mit einem umcodierten genetischen Code.
Die bekannteste Gruppe stammt aus dem Umfeld von George Church an der Harvard University.
Dabei wurden Bakterien so verändert, dass viele Bakteriophagen ihre Proteine nicht mehr korrekt herstellen konnten. Die resultierenden Zellen waren gegen zahlreiche Viren resistent.
3. Synthetische Biologie
Unternehmen und akademische Gruppen versuchen, „programmierbare“ Zellen zu entwickeln.
Beispiele:
Synthego
Mammoth Biosciences
MIT Synthetic Biology Center
Wyss Institute
Hier geht es unter anderem um eingebaute antivirale Sensoren und Selbstschutzmechanismen.
4. Landwirtschaftliche Anwendungen
Am weitesten fortgeschritten ist die Virusresistenz bei Pflanzen.
Mit Genomeditierung wurden bereits virusresistente Tomaten, Reis- und andere Nutzpflanzen erzeugt, die gegen bestimmte Pflanzenviren geschützt sind.
Wie weit ist man bei menschlichen Zellen?
Bereits möglich
Resistenz gegen einzelne Viren (z. B. HIV)
Veränderung bestimmter Eintrittsrezeptoren
Einbau zusätzlicher antiviraler Gene
Noch Zukunftsmusik
Resistenz gegen alle bekannten Viren
Großflächige Veränderung des genetischen Codes menschlicher Zellen
„Universell virusresistente“ Gewebe oder Organe
Die größte Hürde
Die größte Schwierigkeit ist nicht unbedingt, eine Zelle gegen ein bestimmtes Virus zu schützen. Viel schwieriger ist es, die Zelle gegen viele verschiedene Viren gleichzeitig resistent zu machen, ohne ihre normalen Funktionen zu beeinträchtigen.
Genau deshalb arbeiten die fortgeschrittensten Gruppen heute eher an mehrschichtigen Schutzsystemen als an einer einzelnen „undurchdringlichen“ Zellmembran.
Interessanter Ausblick
Viele Fachleute der synthetischen Biologie halten es für durchaus denkbar, dass man im Laufe der nächsten Jahrzehnte transplantierbare Gewebe oder Zelllinien mit sehr hoher Virusresistenz entwickeln wird – etwa für Stammzelltherapien, künstliche Organe oder die Herstellung von Medikamenten.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen