Der Aufstieg Haiders
<<Haider hatte am 13. September 1986 beim FPÖ-Parteitag im Innsbrucker Kongresshaus ein politisches Erdbeben ausgelöst. Dem damaligen Kärntner Landesparteiobmann gelang es, dem amtierenden Parteiobmann und Vizekanzler Steger die Führung der Partei zu entreißen. Haider setzte sich damals mit 57,7 Prozent der Delegiertenstimmen durch und wurde anschließend von seinen Anhängern und Anhängerinnen gefeiert.
Am Tag darauf kündigte der damalige SPÖ-Kanzler Franz Vranitzky die rot-blaue Koalition auf, es folgte eine Neuwahl. Bei dieser verdoppelte Haider die Stimmen der FPÖ auf 9,7 Prozent. Im Laufe der weiteren Jahre wurde die FPÖ unter Haider zur dritten politischen Kraft neben ÖVP und SPÖ. Der gebürtige Oberösterreicher formte aus einer kleinen nationalliberalen Honoratiorenpartei eine populistische Massenbewegung.>>
Den Aufstieg Haiders habe ich als Kind und Jugendlicher miterlebt. Mir war aber nie ganz klar, warum seine fremdenfeindliche Haltung so viel Zuspruch erfuhr. Manche wählten ihn wohl auch, weil er der Oppositionsführer war. Ich fand es bemerkenswert, dass er sich traute, vor laufender Kamera dem Bundeskanzler zu widersprechen, weil ich diesen damals für eine absolute Autorität hielt.
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