Meine politische Sozialisation

Ich wurde 1983 in Wien geboren. Dort ist seit 1945 die SPÖ am Ruder. Damals stellte sie auch den Bundeskanzler, zuerst in einer Koalition mit der FPÖ, dann lange Zeit mit der ÖVP.

Mag sein, dass die SPÖ ursprünglich mit dem Ziel gegründet worden ist, einen Gegenentwurf zum Kapitalismus darzustellen. Ehrlich gesagt, vermag ich das nicht zu beurteilen. Ich nahm sie immer nur als Regierungspartei wahr, die die offizielle Denkweise des Landes prägte. Jedenfalls assoziierte ich das Weltbild, das ich in der Schule vermittelt bekam, mit der SPÖ.

Ich fand bereits im Volksschulalter eher das Liberale Forum sympathisch, war mir aber bewusst, dass ich damit nur einer kleinen Gruppe angehörte.

Als dann die ÖVP den Vorsitz im Bund übernahm, war ich mir unsicher, ob ich in der Öffentlichkeit nun eher die Parteilinie der ÖVP vertreten sollte oder nach wie vor die in der Schule erlernte Parteilinie der SPÖ. Da ich dann aber im Medizinstudium in ein ÖVP-nahes Umfeld geriet, versuchte ich mich anzupassen. Letzten Endes scheiterte dieser Versuch, und ich folgte meinem Herzen und schloss mich den Jungen Liberalen an.

Im realen Leben habe ich relativ viel mit Menschen zu tun, die mit der FPÖ sympathisieren. Es könnte auch sein, dass die FPÖ nach der nächsten Nationalratswahl den Bundeskanzler stellen wird. Ob mich das zwingen wird, mich an die Ideologie der FPÖ anzupassen, wird sich weisen. 

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