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Traum vom geteilten Krankenhaus

Ab und zu träume ich, dass es am Wiener AKH (bzw. einem fiktiven Krankenhaus, das ein bisschen dem Wiener AKH ähnelt) zwei Eingänge gibt, die zu zwei voneinander räumlich getrennten Bereichen führen, einen Nordeingang und einen Südeingang. Im Nordteil des Krankenhauses arbeiten Chirurgen, im Südteil Internisten. Die Chirurgen operieren ihre Patienten, die Internisten verabreichen ihnen Medikamente. Während es unter Chirurgen üblich ist, sich zu duellieren, nehmen die Internisten gerne Drogen. Man könnte sich das so vorstellen wie eine Staatsgrenze, die mitten durch das Krankenhaus geht.

Zukunftsperspektiven

Ich bin an sich ein ganz normaler Mensch. Von den meisten unterscheidet mich lediglich meine Bildung. Ich habe ein sehr breites und in einigen Bereichen auch in die Tiefe gehendes Wissen. Wenn Künstliche Intelligenz viele Arbeitsplätze vernichten wird, wird das auch für mich eine Gefahr darstellen. Unter Umständen wird es durch die Künstliche Intelligenz aber auch wieder neue Arbeitsplätze geben, so dass ich überleben kann, wenn ich mich anpasse. Von den ganzen Wissenschaften hat meiner Meinung nach eindeutig die Elektrotechnik in den letzten Jahrzehnten die größten Fortschritte gemacht. Übrigens habe ich mir gestern den Studienplan eines Elektrotechnik-Masterstudiengangs an der TU Wien angesehen und mit Erstaunen festgestellt, dass die Inhalte des Studiums zu 50% von Künstlicher Intelligenz handeln. Die medizinischen Wissenschaften haben nicht derart viele Fortschritte gemacht. Wie man am Beispiel meiner eigenen Beiträge sieht, dauert es in diesem Fachgebiet offenbar relativ lange, bi...

Über das Anderssein

Ich finde es noch grotesker als damals, als es mir passiert ist, dass ich bei einem Praktikum im Krankenhaus als Medizinstudent zur Psychologin geschickt wurde und sie ihr Gespräch mit den Worten anfing: "Hat Ihnen jemand jemals gesagt, dass Sie 'anders' seien?" Damals war ich es nämlich noch gewohnt, mich an die Vorstellungen anderer Menschen anzupassen. Inzwischen lebe ich schon seit Jahren alleine und habe die letzte Zeit sogar im Home-Office gearbeitet. Da konnte sich meine Individualität entfalten. Nun ist mir klar, wie grotesk die damalige Situation war. Schließlich liegt auf der Hand, dass ich anders bin als die meisten Mediziner. Ich wollte ja gar nicht Arzt werden und habe Medizin nur studiert, weil es der Wunsch meines Vaters gewesen ist. Dass man aber gleich zu einer Psychologin geschickt wird, weil man sich anders verhält als die anderen Kollegen, ist doch eine Überreaktion. Als ich daran gedacht habe, habe ich mich wieder daran erinnert, wie ich immer Sch...

Rote oder blaue Pille?

Auf Facebook kursiert dieses Mem: Entweder nimmt man die rote Pille, dann ist man erneut sechs Jahre alt, weiß aber alles, was man seitdem gelernt hat. Oder man nimmt die blaue Pille, dann bekommt man eine Menge Geld. Hier würde ich, ehrlich gesagt, die blaue Pille nehmen. Denn im anderen Fall müsste ich mich wieder durch Schule und Studium quälen. Dass diese mir leichter fallen würden, weil ich alles schon einmal gelernt habe, ist ein marginaler Vorteil. Tatsächlich weiß ich nicht viel, was mir in meinem Leben einen strategischen Vorteil bringen würde, wenn ich noch einmal anfangen könnte.

Ich habe nur Feinde

Wie ich schon einige Male geschrieben habe, hat nach der Matura eine Lehrerin zu mir gesagt, mir würde die "menschlich-soziale Reife" fehlen, und das verwundere sie. Dabei liegt doch auf der Hand, dass: a. die finanziell weniger gut Situierten mich nicht mögen (Neid) b. und es auch in der so genannten privilegierten Schicht viele gibt, die mich nicht mögen, weil ich nicht zur klassischen römisch-katholischen ÖVP-Klientel gehöre. Wie sollte ich also "menschlich-sozial reif" sein, wenn ich in dieser (österreichischen) Gesellschaft praktisch nur Feinde habe?

Medizinstudium - ein Reinfall?

Möglicherweise wiederhole ich mich, aber sei's trotzdem gesagt: Sollte ich einmal Kinder haben und diese von der Persönlichkeit her mir ähnlich sein werden, werde ich sicher nicht von ihnen verlangen, Medizin zu studieren. Ich habe in mir den Drang, alles verstehen zu wollen. Im Medizinstudium ist das Verstehen jedoch eine Selbstverständlichkeit. Bei den Prüfungen wird sehr viel Wert auf Detailwissen gelegt. Von Natur aus neige ich nicht dazu, mich für diese Dinge zu interessieren. Und es ist tatsächlich frustrierend, wie wenig mir mein Medizinstudium gebracht hat, außer, dass ich die medizinischen Fragen in Quizshows beantworten könnte. Mit dem ganzen Detailwissen kann man nichts anfangen. Um ein grundlegendes Verständnis der Materie zu erlangen, hätte man nicht sechs Jahre lang studieren müssen.

Wie gescheit ich doch bin

Als ich noch Kind war, haben die Erwachsenen über mich immer gesagt, dass ich "sehr gescheit" sei. Als Erwachsener habe ich mich dann testen lassen und damit immerhin für die Mitgliedschaft in den Vereinen Mensa und International Society for Philosophical Enquiry qualifiziert. Mein IQ ist angeblich höher als der von 99,9 Prozent der Bevölkerung. Nach manchen Tests ist der Abstand zwischen mir und einem Gerade-noch-Hochbegabten sogar größer als der zwischen ihm und einer Person durchschnittlicher Intelligenz. Tatsächlich habe ich bei Vereinstreffen von Mensa oft die Erfahrung gemacht, dass ich nicht mitreden kann, weil die Themen, über die gesprochen wird, mir zu trivial sind.